{"id":381479,"date":"2022-01-08T16:17:50","date_gmt":"2022-01-08T21:17:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sociocracyforall.org\/zustimmung-zur-konsententscheidung\/"},"modified":"2022-08-31T11:50:00","modified_gmt":"2022-08-31T15:50:00","slug":"zustimmung-zur-konsententscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sociocracyforall.org\/de\/zustimmung-zur-konsententscheidung\/","title":{"rendered":"Beschlussfassung \u00fcber die Zustimmung"},"content":{"rendered":"\n\n[et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; _builder_version=&#8221;4.9.1&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8221;3.25.4&#8243; min_height=&#8221;1074px&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;3.25.4&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8221;4.9.1&#8243; custom_margin=&#8221;-22px|||||&#8221;]<h2> <b>1.<\/b><span style=\"font-weight: 400\">  <\/span><b>Einf\u00fchrung<\/b><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>a.<\/b> <b>Wie wir Entscheidungen treffen<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">In einem<\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">autokratischen <\/span><\/i> <span style=\"font-weight: 400\">System treffen eine oder mehrere Personen eine Entscheidung. Autokratie ist eine sehr einfache Art der Entscheidungsfindung (zumindest auf kurze Sicht). Und schnell geht es auch. Ein eindeutiger Nachteil autokratischer Systeme ist jedoch das geringe Ma\u00df an Beteiligung und Inklusion. Teammitglieder, die mit einem Chef zu tun haben, der autokratische Entscheidungen trifft, werden sich h\u00f6chstwahrscheinlich nicht f\u00fcr den Erfolg des Unternehmens engagieren. Teammitglieder, die einen Chef haben, der autokratische Entscheidungen trifft, werden sich kaum f\u00fcr den Erfolg des Unternehmens engagieren. Das Engagement und die Innovationskraft der Mitglieder wird geringer sein als erwartet. <\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"font-weight: 400\">Mehrheitsentscheide <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">werden weithin als engagierend und partizipativ angesehen, und aus Gewohnheit betrachten wir Mehrheitsentscheide als &#8220;fair&#8221;. Die Abstimmung ist ein schneller Prozess, der mit vielen Menschen und wenig Informationen leicht durchgef\u00fchrt werden kann. Allerdings bedeutet der Mehrheitsentscheid auch, dass bis zu 49,9 % der Gruppe ignoriert werden. Wir erhalten keine neuen Informationen von den Personen, die gegen die bef\u00fcrwortete L\u00f6sung stimmen, und der Grad des Engagements ist ungewiss.<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Majority_rule#Limitations\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Siehe die Grenzen des Mehrheitsprinzips)<\/a><\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"font-weight: 400\">Der Konsens <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">scheint die &#8220;fairste&#8221; und umfassendste Art der Entscheidungsfindung zu sein. Eine Entscheidung kann nur getroffen werden, wenn alle damit einverstanden sind. Das Engagement ist hoch, ebenso wie die Verantwortung und Beteiligung. Allerdings funktioniert Konsensus nur in kleinen, homogenen Gruppen gut. Sie l\u00e4sst sich kaum auf eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe oder Organisation \u00fcbertragen. Der Konsens ist zeitaufw\u00e4ndig und kann so frustrierend, dass die Mitglieder sich aufreiben. Wie wahrscheinlich ist es, dass man innovative Ideen einbringt, wenn man wei\u00df, dass alle Beteiligten in einer m\u00fchsamen und langwierigen Diskussion zustimmen m\u00fcssen, bevor man \u00fcberhaupt etwas tun kann? Es ist ein wenig ironisch &#8211; die Idee, dass wir sind als Gleichberechtigte entscheiden, war historisch gesehen etwas Neues. Konsens selbst als Art der Entscheidungsfindung ist aber nicht immer dazu geeignet, neue Ideen hervorzubringen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>b.<\/b><span style=\"font-weight: 400\">     <\/span><b>Entscheidungsfindung im Konsent<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Und mittendrin, was ist eigentlich Konsent<i><span style=\"font-weight: 400\"><\/span><\/i><\/span><span style=\"font-weight: 400\">? Man kann sich Konsent als eine Variante des Konsensus vorstellen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Der Unterschied zwischen Konsens und Konsent ist nach wie vor ein wenig umstritten. F\u00fcr manche Menschen ist Konsensus im Grunde dasselbe wie Konsent. Man k\u00f6nnte sagen, dass Konsensus wie Konsent gelebt werden kann, aber nicht so gelebt werden muss. Wenn euere Version von Konsensus wie Konsent aussieht, dann passt ja alles, und beide sind gleich. Das ist aber nicht immer der Fall. Der Konsententscheidungsprozess ist klarer definiert. Plakativ gesagt ist der Unterschied wie folgt. Im Konsensus fragen wir: &#8220;bist du einverstanden?&#8221;. Im Konsent fragen wir hingegen: &#8220;Hast du etwas dagegen?&#8221;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Um die gro\u00dfen Auswirkungen dieser kleinen Nuance zu verstehen, ist es wichtig, das Konzept des &#8220;Toleranzbereichs&#8221; zu verstehen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8221;https:\/\/www.sociocracyforall.org\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Range-of-tolerance-_small.jpg&#8221; _builder_version=&#8221;4.9.1&#8243; width=&#8221;63%&#8221; module_alignment=&#8221;center&#8221;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8221;4.9.1&#8243;]<h3>c. Der Toleranzbereich<\/h3>\n<p>Im<i>&#8220;Toleranzbereich&#8221; <\/i>liegt alles, was wir zwar <i>nicht <\/i>bevorzugen, aber auch nicht ablehnen.<\/p>\n<p>Eine pers\u00f6nliche Vorliebe ist das, was man w\u00e4hlen w\u00fcrden, wenn man die Entscheidung allein und f\u00fcr sich selbst treffen w\u00fcrde. Die \u201cno way\u201d-Zone ist der Bereich, wo man Einw\u00e4nde hat. In der Zone sagt man nein, weil man meint dass der Vorschlag die eigentliche Arbeit <i>negative <\/i> beeinflusst. (Mehr dazu im n\u00e4chsten Abschnitt.)<\/p>\n<p>Der Toleranzbereich umfasst alles, was man vielleicht nicht bevorzugt, womit man aber arbeiten kann. Als pingeliger Vegetarier esse ich zwar keinen Rosenkohl (ich w\u00fcrde ihn auch nicht zubereiten, wenn ich f\u00fcr mich selbst koche), aber ich esse ihn, wenn er da ist. Gegen Fleisch h\u00e4tte ich allerdings etwas einzuwenden.<\/p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8221;https:\/\/www.sociocracyforall.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Range-of-tolerance-overlap-1.jpg&#8221; title_text=&#8221;\u00dcberlappung mehrerer Toleranzbereiche&#8221; admin_label=&#8221;Image&#8221; _builder_version=&#8221;4.9.1&#8243; width=&#8221;54%&#8221; module_alignment=&#8221;center&#8221;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8221;4.9.1&#8243;]<p>Diese Visualisierung verdeutlicht, dass der Bereich aus den \u00dcberschneidungen zwischen den Bereichen wo niemand einen Einwand hat, wesentlich gr\u00f6\u00dfer ist als der Bereich der \u00dcberschneidungen zwischen pers\u00f6nlichen Vorlieben. Genauso k\u00f6nnen wir es uns bei der Entscheidungsfindung vorstellen. Wenn wir alle einem Vorschlag zustimmen m\u00fcssten, w\u00fcrden wir nur wenige Entscheidungen treffen (und das bedeutet Konsens, &#8220;alle m\u00fcssen zustimmen&#8221;). Wenn wir Entscheidungen im Konsent treffen, k\u00f6nnen wir viel mehr Entscheidungen treffen, weil wir mehr Spielraum haben.<\/p>\n<p>Entscheidungen geben uns die M\u00f6glichkeit, Ver\u00e4nderungen vorzunehmen, und zu bewerten, ob die Ver\u00e4nderungen eine Verbesserung bedeuten und uns mehr M\u00f6glichkeiten geben, uns an die \u00e4u\u00dferen und inneren Ver\u00e4nderungen anzupassen. Wenn keine neuen Entscheidungen getroffen werden, bleiben wir in unseren Gewohnheiten stecken und sind nicht in der Lage, auf \u00e4u\u00dfere und innere Ver\u00e4nderungen in unserer Organisation zu reagieren. In einer sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernden Welt bedeutet es f\u00fcr jedes Unternehmen einen langsamen Tod, wenn es nicht in der Lage ist, auf Ver\u00e4nderungen zu reagieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>d. <\/b><b>Was sind Einw\u00e4nde?<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wir m\u00fcssen den Begriff eines<\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">Ziels <\/span><\/i> verstehen, <span style=\"font-weight: 400\">um zu verstehen, wie Einw\u00e4nde im Konsent definiert werden. Ziele bestimmen, was ein Kreis (oder eine Organisation) tut. Beispiele f\u00fcr Ziele sind &#8220;Backen und Verkaufen von gesundem Brot und Geb\u00e4ck in Sch\u00f6neberg&#8221; oder &#8220;Betrieb einer sicheren und ganzheitlichen Altenpflegeeinrichtung in Langen&#8221;. <\/span><\/p>\n<p>Einw\u00e4nde werden im Zusammenhang zu dem Ziel definiert: Ein Mitglied des Kreises erhebt Einw\u00e4nde gegen einen Vorschlag, wenn es Grund zu der Annahme hat, dass die Ausf\u00fchrung dieses Vorschlags dem Ziel des Kreises schaden w\u00fcrde. Wenn zum Beispiel eine B\u00e4ckereigenossenschaft beschlie\u00dft, Tiefk\u00fchlprodukte zu kaufen, um sie zu backen und zu verkaufen, k\u00f6nnte ein Arbeitnehmer dagegen Einspruch erheben, weil der Verkauf von Fertigprodukten dem Ziel der B\u00e4ckerei, &#8220;gesundes Brot und Geb\u00e4ck zu backen und zu verkaufen&#8221;, zuwiderl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Einw\u00e4nde in der Soziokratie sind jedoch kein Hindernis. Eine echte St\u00e4rke der Soziokratie ist es, Optionen zu haben, wie man unter Einbeziehung des Einwands vorgehen kann. <a href=\"https:\/\/www.sociocracyforall.org\/strategies-for-integrating-objections\/\">Sehen Sie, wie man mit Einw\u00e4nden umgehen kann<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\"> <\/span><\/p>\n<h2><b>2.<\/b><span style=\"font-weight: 400\">   <\/span><b>Entscheidungen im Konsent <\/b><\/h2>\n<p>Nachdem wir nun wissen, was Einw\u00e4nde und Konsententscheidungen sind, sehen wir uns an, wie wir am einfachsten und zeitsparendsten zu einer Konsententscheidung kommen.<\/p>\n<p>In der nachstehenden Abbildung sind alle Schritte des Zustimmungsprozesses dargestellt. Jeder der drei Schritte &#8211; Vorlage des Vorschlags, Bearbeitung des Vorschlags und Bekanntgabe der Entscheidung &#8211; hat seinen eigenen Zweck. Sie Schritt f\u00fcr Schritt durchzugehen klingt zeitaufw\u00e4ndig, aber in Wirklichkeit sind es \u00fcbersprungene Schritte, die Sie und ein Team Zeit und Nerven kosten!<\/p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8221;https:\/\/www.sociocracyforall.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Proceso-de-Consentimiento-5.png&#8221; title_text=&#8221;Konsentprozess&#8221; _builder_version=&#8221;4.6.5&#8243; width=&#8221;44%&#8221; module_alignment=&#8221;center&#8221;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8221;4.9.1&#8243;]<h3><b>a.<\/b><span style=\"font-weight: 400\"> <\/span><b>Pr\u00e4sentation des Vorschlags und M\u00f6glichkeit zur Kl\u00e4rung von Fragen<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Pr\u00e4sentation des Vorschlags ist wichtig, damit jeder wei\u00df, worum es geht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Scheint offensichtlich, wird aber viel zu oft ausgelassen! Mit &#8220;vorstellen&#8221; meinen wir: den Vorschlag laut vorlesen oder eine andere M\u00f6glichkeit finden, um sicherzustellen, dass jeder im Raum wei\u00df, was der Vorschlag beinhaltet. Warum ist das so wichtig? Stellen Sie sich vor, ihr habt ein Meeting, in dem man nach der H\u00e4lfte der Zeit merkt, dass einige sich auf fr\u00fchere, \u00fcberarbeitete Versionen des Vorschlags beziehen. Oftmals, vor allem nach l\u00e4ngerer Arbeit an einem Vorschlag, sind mehrere Versionen im Umlauf, und man verliert leicht den \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle Version. So kann man auch vermeiden, dass einen Vorschlag gar keinen konkreten Wortlaut hat! Eine schriftliche Ausgangsbasis zu haben steigert die Produktivit\u00e4t eines Kreises erheblich. Wenn man keinen Anhaltspunkt haben, ist die Wahrscheinlichkeit gro\u00df, dass man entweder Zeit mit Wortklauberei verschwendet oder erst nach der Sitzung feststellen, dass man eigentlich <\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">nicht  <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">\u00fcber die gleichen Dinge gesprochen hatte. Dann ist die gesamte Arbeit w\u00e4hrend dem Meetings zunichte gemacht. Es lohnt sich daher von vornerein alles ordentlich zu machen und R\u00fcckschl\u00e4ge von vornherein zu vermeiden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Man stellt den Entwurf des Vorschlags im Voraus zur Verf\u00fcgung oder l\u00e4sst den Mitgliedern des Kreises w\u00e4hrend des Treffens gen\u00fcgend Zeit, den Vorschlag zu lesen. Erst wenn alle mit dem Vorschlag vertraut sind, kann man den n\u00e4chsten Schritt tun. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">Wenn jeder den Vorschlag kennt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Mitglieder des Kreises Fragen haben. In dieser Phase werden Fragen gestellt, die zum Verst\u00e4ndnis des Vorschlags notwendig sind. Hier geht es nicht darum, alles in Frage zu stellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Es geht um Informationsfragen, um den Vorschlag besser zu verstehen. Je nachdem, wie gro\u00df die Gruppe ist, wie viele Fragen man erwartet (und wie bekannt oder komplex der Vorschlag ist), kann man Fragen zun\u00e4chst in einer Runde sammeln und dann den\/die Autorin*(nen) die Fragen beantworten lassen, oder man kann den\/ie Autor*in oder eine andere Person die Fragen nacheinander beantworten lassen, wenn sie gestellt werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Eine gute Aufforderung, um eine Runde mit kl\u00e4renden Fragen zu beginnen, ist die Frage an den Kreis: &#8220;Was m\u00fcsst ihr wissen, damit ihr den Vorschlag versteht?&#8221;, denn die Konzentration auf das <\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">Verst\u00e4ndnis <\/span><\/i> <span style=\"font-weight: 400\">des Vorschlags verwickelt einen dann nicht in eine Diskussion. Um die Kreise noch mehr bei der Unterscheidung zwischen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">Verst\u00e4ndnisfragen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">und <\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">Meinungen oder Suggestivfragen<\/span><\/i> <span style=\"font-weight: 400\">zu einem Vorschlag, sind dies ein paar n\u00fctzliche Phrasen. Wenn eine Gruppe neu in diesem Prozess ist, ist es f\u00fcr alle hilfreich, eine Erkl\u00e4rung wie diese zu verwenden:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-weight: 400\">&#8220;Ich verstehe den Vorschlag. Ich habe keine Fragen.&#8221;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400\">&#8220;Ich w\u00fcrde den Vorschlag gerne besser verstehen. Was bedeutet der Satz, wo steht &#8216;_____&#8217;? &#8220;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400\">&#8220;Ich w\u00fcrde den Vorschlag gerne besser verstehen. Was war der Grund, warum &#8216;__________&#8217; so formuliert wurde?&#8221;<\/span><span style=\"font-size: 14px\"> <\/span><span style=\"font-size: 14px\"> <\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wenn alle Fragen beantwortet sind, k\u00f6nnen man fragen, ob es noch weitere Fragen gibt, die sich aus den Fragen der anderen ergeben haben k\u00f6nnten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Warum machen wir Kl\u00e4rungsfragerunden? Wir stellen sicher, dass jeder den Vorschlag versteht, bevor wir unsere Meinung dazu \u00e4u\u00dfern. Wenn Sie diesen Schritt auslassen, kann es zu einer Situation kommen, in der die Teilnehmer aufgrund von Missverst\u00e4ndnissen Urteile f\u00e4llen, die die ganze Gruppe Zeit kosten, um sie zu erkennen und zu kl\u00e4ren. Es ist weniger frustrierend und zeitsparend, sich zu vergewissern, dass jeder alles verstanden hat, bevor man zum n\u00e4chsten Schritt \u00fcbergeht. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>b. Meinungsrunde<\/b><\/h3>\n<p>In der Meinungsrunde hat jede*r die M\u00f6glichkeit, ihre oder seine Meinung zu einem Vorschlag zu \u00e4u\u00dfern. Es ist wichtig, dass jeder Beitrag kurz ist. F\u00fcnf S\u00e4tze oder weniger ist das, was eine Gruppe anstreben sollte. Keine Sorge &#8211; wenn du einen Einwand hast, hat man mehr Zeit zu sprechen.<\/p>\n<p>Hier sind einige Bereiche, die in schnellen Reaktionen angesprochen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400\">Man kann auch schlicht sagen, ob einem der Vorschlag gef\u00e4llt oder nicht, zum Bespiel &#8220;Ich mag diesen Vorschlag&#8221;, oder Gr\u00fcnde, warum man den Vorschlag mag. Welches Problem wird in deinen Augen mit dieser Entscheidung gel\u00f6st? Was macht dich zuversichtlich, dass der Vorschlag gut funktionieren wird?<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400\">&#8220;Ich unterst\u00fctze diesen Vorschlag, weil der Plan zu meinem pers\u00f6nlichen Ziel ________ passt. Ich sehe dies insbesondere in dem Teil des Vorschlags, in dem es hei\u00dft ___________. &#8220;<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400\">&#8220;Ich unterst\u00fctze diesen Vorschlag, weil ich ihn so verstehe, dass er das Ziel der Organisation (_______) unterst\u00fctzt, insbesondere in dem Teil des Vorschlags, in dem es hei\u00dft __________.&#8221;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400\">Man kann auch sagen, dass man vorhat, einen Einwand vorzubringen. Am besten fasst man sich in der Meinungsrunde kurz &#8211; Zeit, einen Einwand zu erl\u00e4utern kommt sp\u00e4ter. F\u00fcr diese Runde reicht ein Ein-Satz-Statement wie das folgende: &#8220;Ich unterst\u00fctze diesen Vorschlag nicht, weil ich nicht glaube, dass er das (Ziel\/Wert von) ____ der Organisation wirksam unterst\u00fctzt, insbesondere in dem Teil des Vorschlags, in dem es hei\u00dft: __________.&#8221;<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400\">Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr den Autor oder den Prozess oder andere Personen, die den Prozess unterst\u00fctzt haben<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400\">Man kann eine Meinungsrunde nutzen, um schnelle \u00c4nderungen vorzuschlagen.<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400\">Verbesserungen des Wortlauts<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400\">Kleine \u00c4nderungen, die mit dem Vorschlag in Einklang stehen<span style=\"font-size: 14px\"> <\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00c4nderungsantr\u00e4ge \u00e4ndern den Vorschlag. Man kann \u00c4nderungen am Vorschlag akzeptieren, muss aber sicherstellen, dass alle Beteiligten \u00fcber die \u00c4nderungen informiert sind. Am besten klappt es, wenn man den Vorschlag sofort schriftlich \u00e4ndern kann. Wenn ihn nicht alle sehen k\u00f6nnen, liest man ihn nochmal vor. Wenn man in der Meinungsrunde zu viele \u00c4nderungen vornimmt, muss man m\u00f6glicherweise wieder am Anfang des Entscheidungsprozesses beginnen und Informationsfragen zulassen, da man ja im Grunde einen neuen Vorschlag hat. Es ist wichtig, Verwirrung zu vermeiden. Verwirrung f\u00fchrt zu Vertrauensverlusten. Auch wenn es sich redundant anf\u00fchlt, ist es besser, den Vorschlag noch einmal mit allen \u00c4nderungen zu lesen, als sich mit einem unzufriedenen Kreismitglied auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Warum sind Meinungsrunden hilfreich?<\/strong><\/p>\n<p>Schnelle Reaktionen zu h\u00f6ren, ist schneller Abgleich f\u00fcr die Gruppe. Wie viel Unterst\u00fctzung hat dieser Vorschlag? Ist der Vorschlag f\u00fcr alle vertretbar? Vielleicht haben zu viele Leute Probleme mit einigen Teilen des Vorschlags. In diesem Fall k\u00f6nnte die Gruppe mehr R\u00fcckmeldungen einholen und den Vorschlag umschreiben, bevor man \u00fcberhaupt nach Einw\u00e4nden fragt.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich ist eine schnelle Reaktionsrunde auch eine wunderbare M\u00f6glichkeit der Gemeinschaftsbildung. Man erf\u00e4hrt, was die anderen denken, wo sie mit dem Vorschlag stehen, was er f\u00fcr sie bedeutet und welche Bedenken sie haben, die vielleicht nicht so weit gehen, dass sie Einw\u00e4nde erheben &#8211; alles, was es eben neben den Einw\u00e4nden zu sagen gibt. Besonders bei kontroversen Themen ist es wichtig, mehr voneinander und \u00fcbereinander zu lernen. Es ist jedoch auch wichtig, die Erkl\u00e4rungen kurz und sachlich zu halten, da es am effektivsten ist, sich Zeit zu nehmen, um auf Einw\u00e4nde einzugehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>c. Konsentrunde<\/b><\/h3>\n<p>Wenn es nun einen Vorschlag gibt, den alle kennen und verstehen, und man von allen Beteiligten geh\u00f6rt hat, ist nun an der Zeit zu h\u00f6ren ob es Einw\u00e4nde gibt. Konsent bedeutet ja, dass es keine Einw\u00e4nde gibt. Wenn es Einw\u00e4nde gibt, gen\u00fcgt es, eine 1-Satz-Erkl\u00e4rung \u00fcber die Art des Einwands zu sammeln. Wir gehen sp\u00e4ter auf den Einwand ein.<\/p>\n<p>Unserer Erfahrung nach muss man auch dann ausdr\u00fccklich nach Einw\u00e4nden fragen, wenn man denkt, dass ja eh jeder zustimmt. Jemand k\u00f6nnte den Vorschlag gut finden und z. B. aufgrund einer Formalit\u00e4t einen Einwand vorbringen, oder einen Vorschlag kritisch sehen und dennoch Konsent geben<a href=\"https:\/\/www.sociocracyforall.org\/the-day-i-consented-to-a-proposal-i-hated\/\">(wie man in dieser Geschichte sieht<\/a>).<\/p>\n<p>Nachdem alle dran waren, geht man nacheinander auf die Einw\u00e4nde ein.<a href=\"https:\/\/www.sociocracyforall.org\/strategies-for-integrating-objections\/\">(Weitere Informationen dar\u00fcber, wie man Einw\u00e4nde integrieren kann, gibt es hier.)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><b>Und dann noch: die Entscheidung verk\u00fcnden!<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Nachdem eine Einigung erzielt wurde, verk\u00fcndet die Moderationsleitung die Entscheidung. Falls dies noch nicht geschehen ist, wird der genaue Wortlaut nun im Protokoll festgehalten. <\/span><span style=\"font-size: 14px\"> <\/span><\/p>\n<p>Je nach Intensit\u00e4t des Prozesses kann es sinnvoll sein, sich eine Minute Zeit zu nehmen, um den Gruppenprozess zu feiern und eine kurze Pause einzulegen, bevor man zum n\u00e4chsten Thema \u00fcbergeht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; _builder_version=&#8221;4.4.8&#8243; background_color=&#8221;rgba(0,0,0,0)&#8221; width=&#8221;80%&#8221; module_alignment=&#8221;left&#8221; custom_margin=&#8221;46px|||||&#8221; custom_padding=&#8221;|20px||20px|false|false&#8221; box_shadow_style=&#8221;preset1&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8221;4.4.8&#8243; width=&#8221;100%&#8221; min_height=&#8221;7px&#8221; custom_padding=&#8221;27px|||||&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.4.8&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8221;4.4.8&#8243;]<h4 style=\"text-align: center\">Mehr Interesse and Kreismoderation?<\/h4>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8221;4.4.8&#8243; width=&#8221;100%&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.4.8&#8243;][et_pb_button button_url=&#8221;https:\/\/www.sociocracyforall.org\/facilitation\/&#8221; button_text=&#8221;Hier ist unsere Seite \u00fcber Kreismoderation.&#8221; button_alignment=&#8221;center&#8221; _builder_version=&#8221;4.4.8&#8243;][\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8221;https:\/\/www.sociocracyforall.org\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/hoja-tomadecisiones.jpg&#8221; title_text=&#8221;Beschlussfassungsbogen 2020_thumb&#8221; url=&#8221;https:\/\/www.sociocracyforall.org\/facilitation\/&#8221; align=&#8221;center&#8221; _builder_version=&#8221;4.4.8&#8243; width=&#8221;40%&#8221; custom_margin=&#8221;16px|||||&#8221;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entscheidungen im Konsent treffen &#8211; Schritt f\u00fcr Schritt! 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